Schmierereien am Mahnmal
Neue Erkenntnisse

Am 09. November wurde im Kirchgarten der katholischen Kirche Wangen der im Oktober 1940 in das Lager Gurs in Südwestfrankreich deportierten badischen Juden gedacht, darunter auch Mitbürger aus Wangen. Im Rahmen einer berührenden Feierstunde wurde ein von Schülern erstellter Gedenkstein eingeweiht. Die Schüler der Demokratie-AG unter Leitung von Julian Hobinka und Nathalie Dittmann hatten im Rahmen eines ökumenischen Projekts zwei Gedenksteine erstellt – der zweite Stein wurde bereits im Oktober im Neckarzimmern eingeweiht. Das Filmteam der Evangelischen Landeskirche in Baden hat das außerordentliche Engagement der Schule in einem Film gewürdigt.
Keine vier Monate später ist der Gedenkstein beschmiert. Wir sind sprachlos.
Im Foyer der Schule waren die Bilder des Gedenksteines in einer Wandzeitung zugänglich gemacht, sodass Schüler ihre Gedanken dazu äußern konnten.
In zwei Andachten machte Schulpfarrer Arnold Glitsch-Hünnefeld der Schulgemeinde die Taten derer bewusst, die ihre Haltung durch das Beschmieren der Gedenkstätte deutlich gemacht haben.
Mittlerweile (Mai) gibt es neue Erkenntnisse: Kinder/Jugendliche haben in ihrer Unbedarftheit den Gedenkstein verschmutzt. Er ist inzwischen gereinigt. Wir waren im Gespräch mit Frau Wolf, stellvertretende Ortsvorsteherin und Angehörige der letzten jüdischen Familie in Wangen. Sie sicht keine antisemitischen Motive hinter der Tat.