Schloss Gaienhofen > Geschichte > Der Neubau des Campusgebäudes und die Sanierung des Schlosses 2015/2016
Das Schloss in neuem Glanz

Zur Grundsteinlegung des Campusgebäudes

Nach der Grundsteinlegung im März 2015 kann im Herbst des selben Jahres eine erste Bilanz gezogen werden:

Die gute Nachricht vorneweg: die Baustellen im Schloss und im sogenannten Campusgebäude sowie im an die Kirche anschließenden Musikgebäude sind im Zeitplan!

Wenn ich daran zurück denke, was ich am 8. Dezember 2014 im Elternbrief geschrieben habe: 

„Endlich, es geht los! Die Baustelle wird gerade eingerichtet, die Absicherung des Hangs zur Baugrube ist in vollem Gang. Im Januar rechnen wir mit dem eigentlichen Beginn der Fundamentierung, unter Niveau des ehemaligen Tennisplatzes. Bis dahin muss noch einiges Erdreich abgetragen werden. Aber der Anfang ist gemacht, die Baustelle ist abgegrenzt vom restlichen Schulcampus. [...] Ich hoffe sehr, dass die jetzt am Freitag frei gebaggerten Mauerreste des ehemaligen Wassergrabens keine wesentlichen Verzögerungen seitens des Denkmalschutzamtes mit sich bringen!“ Die damals frei gelegten Mauerreste wurden drei Tage lang vermessen, fotografiert, kartografiert, aber dann konnte schon weiter gebaut werden! 

Aber gleichzeitig habe ich damals unmittelbar angefügt: „Losgelöst von diesen Arbeiten trafen sich die Unterstufenlehrer mit den Architekten zu einer Beratungs- und Planungssitzung für den zukünftigen Unterstufenbau: welche Funktionen müssen abgebildet sein, welche Bedürfnisse haben Schüler und Lehrer in der Eingangsphase zu Gymnasium und Realschule? Denn auch in den jetzt zu planenden Räumlichkeiten wollen wir keine Trennung nach Schularten.“ Diese Planungen sind mittlerweile ziemlich fortgeschritten, es gibt drei Ausführungsskizzen, hinterlegt mit Kostenschätzungen; gegenwärtig geht es um die Finanzierungsmodalitäten. Die Grundgedanken bleiben unverändert: wir wollen den Eingangsklassen unabhängig von der Schulart, zu der sie gehören, in einem neu zu bauenden Trakt an Stelle des gegenwärtigen Lehrerzimmers und der Schulverwaltung im nördlichen Teil des Schulcampus’ eine neue Heimat geben. Auch diese Baustelle wird „am Rande“ des Schulbetriebes eingerichtet, so dass wir im schulischen Alltag einigermaßen ungestört sein werden. 

Diese Anfangsbeschreibung von vor einem Jahr zeigt den Spagat, den wir heute noch zu bewältigen haben. Wir bauen noch und wir bauen noch weiter – dann aber abschließend. Allerdings wird es vor der Kirche, zur Haupt- und zur Schlossstraße hin, von der Kirchengemeinde ebenfalls eine Baustelle geben. Hier soll das neue Gemeindezentrum entstehen, das ja in der bisher bestehenden Form unserem Musikgebäude gewichen ist. Baubeginn noch im Winter, Fertigstellung im Rohbau im Herbst 2016. Dann könnten wir quasi nahtlos den Kran in die andere Richtung schwenken lassen und unseren Unterstufenbau beginnen. Fertigstellung Ende 2017, Anfang 2018?

Zurück in die Gegenwart und zur Beschreibung der aktuellen Baufortschritte, die ebenfalls bereits in frühren Elternbriefen Gegenstand waren. Das Campusgebäude und der Musiktrakt sind im Rohbau so weit umgesetzt, dass man jetzt eine reale Vorstellung davon gewinnen kann. Die Einschränkungen des täglichen Unterrichtsbetriebes hielten sich in Grenzen, bis auf den durch die Verfüllung der Baugrube und den damit verbundenen Schwerlastverkehr nötigen früheren Sommerferienbeginn für die Schüler.

Das Schloss ist nicht mehr eingerüstet, die Außenfassade ist vollständig saniert. Innen stehen jetzt noch letzte Gipser- und Malerarbeiten in allen Stockwerken an, der Außenaufzug ist montiert, die Dachgauben nach Süden sind aufgebaut und mit Fenstern versehen. Das wird ein stimmungsvolles Lernhaus für die Oberstufenschüler, beziehbar ab Januar 2016! 

Quasi „nebenher“ haben einige Räume im Erdgeschoss des alten Schulgebäudes neue Böden bekommen, einige Decken sind mit Schallschutz versehen worden, einige technische Neuerungen im Netzwerk der Schule und in der technischen Ausstattung sind realisiert oder werden gerade realisiert, darunter der Austausch der Rechner im Informatikraum sowie die Einrichtung der Klassenräume im Erdgeschoss des Schlosses (in dem seit Schuljahresbeginn wieder unterrichtet wird) mit Medienschränken, Beamern, Lautsprechern. Hier ist es bis Weihnachten sicher nicht leicht, Unterrichtsbetrieb unten neben Renovierungs- und Instandhaltungsarbeiten oben aufrecht zu erhalten. Danke an dieser Stelle an alle Schülerinnen und Schüler sowie an deren Lehrerinnen und Lehrer, die diese Situation meistern.  Unmittelbar bevor stehen noch der Anbau einer zusätzlichen Feuertreppe südlich am naturwissenschaftlichen Trakt sowie die Glasabtrennung der jeweiligen Naturwissenschaften zum Treppenhaus – alles brandschutzrechtliche Vorgaben, die mit dem Umbau Chemie im letzten Jahr gemacht wurden.

Während der Schulferien im Sommer wurde die Abwesenheit der Schülerinnen und Schüler tatkräftig für weitere Baumaßnahmen auf dem ganzen Gelände genutzt: es wurden neue Kabel verlegt (und manchmal auch alte Kabel vom Bagger abgerissen – Ausfälle bei Strom, Telefon und Internet waren die Folge), neue Heizungs- bzw. Warmwasserverbindungen zwischen den Gebäuden gegraben. Das Campusgebäude wuchs weiter in die Höhe, gegenwärtig wird das letzte Geschoss mit den künftigen Unterrichtsräumen über dem Lehrerzimmer geschalt und gegossen. Die Betonfertigdeckenelemente sind angeliefert. Zugleich hat der Fensterbauer bereits hier im UG und im EG sowie im Musikgebäude die Fenster gesetzt; die Gebäude sind damit winterfest. Das Außengelände ist grob terrassiert, man kann die künftige Geländeform nach dem Auffüllen der Baugrube am Campusgebäude schon erkennen. Wir dürfen beim Musik- und beim Campusgebäude mit der Fertigstellung im Mai / Juni 2016 rechnen. 

Bisher sind wir alle heil, d.h. ohne Unfall durch diese immense Veränderungsphase gekommen. Wir hoffen natürlich, dass dies bis zum Abschluss der aktuellen Arbeiten auch so bleibt und dann für den neuen, letzten Bauabschnitt am Gemeindehaus vor der Kirche und am Unterstufenhaus an Stelle der bisherigen Schulverwaltung auch wieder gilt.

Schon jetzt höre ich oft positive Kommentare zu dem, was man bleibend erkennen kann: „Jetzt sehe ich das Schloss und den See“ (vom Schulhof aus); „Dass da so viel Platz war...“ (im Schlossgraben); „das Campusgebäude bildet das Zentrum der neuen Schule“; „das Gelände ist ja weitläufig, durch den ausgebauten Campus bleibt der überschaubare, familiäre Charakter erhalten.“ Genau das wollten wir alles erreichen – im Anschluss an das Gutachten der PROKIBA von 2012, in dem der Aus- und Umbau bestehender Gebäude auf dem gesamten Areal bis hinunter auf die Höhe des Sees (wovon vor allem die Wassersportler profitieren werden), der Erhalt des Schlosses und umstehender Häuser sowie der Neubau eines zentralen Gebäudes mit Turnhalle empfohlen worden war. Wenn dann mal das Unterstufengebäude fertig gestellt sein wird, kann man sicher aus der Vogelperspektive und im alltäglichen Unterrichts- und Schulbetrieb die dreigeteilte Struktur erkennen: nicht nach den drei Schularten Allgemeinbildendes Gymnasium, Berufliches Gymnasium und Realschule aufgeteilt, sondern nach den pädagogisch begründeten Einheiten, nach Unter-, Mittel- und Oberstufe. 

Der Zeithorizont – von der Einweihung der zum „Lern – und Medienhaus“ umgebauten ehemaligen Verwaltung im Februar 2012 bis zur Einweihung des „Unterstufenhauses“ im Februar 2018 (das wäre doch mal ein Ziel!) – ist beachtlich. Das Ausmaß der Umgestaltung in der Struktur der Organisation und des Unterrichts, bei der pädagogischen Grundausrichtung (Abteilungen nach schulartübergreifenden Stufen),  bei methodisch-didaktischen Lehr- Lernarrangements (Stärkung individualisierten Lernens mit modernen Medien) sowie bei der Anzahl der Schüler und Lehrer allerdings auch. Wir sind mitten drin – zeitlich, baulich, menschlich. Aber wir sehen das Ende dieses Abschnittes ambitionierter und, wie ich meine: gelingender Schulentwicklung bereits vor uns. 

D. Toder, Oktober 2015

Spatenstich zum Neubau des Campusgebäudes
Die Großbaustelle im Winter 2014/15
Grundsteinlegung im März 2015
Schnellzugriff