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Portrait Kunst

„In jedem Schüler steckt ein Künstler“ - so könnte die Kurzfassung des Konzepts lauten, das die Künstler von Schloss Gaienhofen leben; ganz im Sinne der Präambel des Leitbildes, welches das Fordern und Fördern des einzelnen Schülers in Mittelpunkt stellt. Kreativität und Spontaneität in ihrer individuellen Form sollen gefördert werden, dabei gilt das Prinzip „Sehen, Begreifen, Übertragen“: ausgehend von einem Kunstwerk sollen Aufbau und Struktur eines Werkes durch den Schüler erfasst und in eigener Gestaltungsfreiheit modifiziert werden. „Es gibt nichts Falsches“, erklärt Antonio Zecca den Schülern häufig, „jede Linie hat ihre Berechtigung - greift nicht so oft zum Radiergummi, akzeptiert auch eine „falsche“ Linie, macht was draus!“

Schloss Gaienhofen verfügt neben dem Kunstatelier über eine Werkstatt, in der Schüler mit Holz arbeiten können - ein Teil des Kunstunterrichts besteht daher aus dem klassischen „Werken“. Auch das Arbeiten mit Ton/Keramik ist fester Bestandteil der Tätigkeiten im Unterricht und in den Arbeitsgemeinschaften.

Für Antonio Zecca und Harald Björnsgard - beide sind neben ihrer Lehrtätigkeit auch freischaffende Künstler - sowie für Lea Martens und Kathrin Schaub als junge Kolleginnen im Team der Kunst- und Werklehrer ist es wichtig, dass die im Unterricht entstandenen Werke nicht nur zum Zweck der Notenbildung entstehen, sondern in die Öffentlichkeit getragen werden. Denn Kunst hat eine Botschaft, sie möchte den Menschen etwas mitteilen - und wie schade wäre es, wenn diese Botschaft nicht gesehen werden könnte?

So haben Schüler immer wieder die Gelegenheit zu Kunstausstellungen, arbeiten auf ein Ziel hin und sind motiviert, wenn es beispielsweise darum geht, in der Sparkasse eine Ausstellung ihrer eigenen Werke vorzubereiten - zuletzt das Projekt „Tadao Ando - eine Vision der Stadtentwicklung“ im Frühjahr 2015. Bei der Museumsnacht in Singen und der Kulturnacht in Radolfzell im Herbst 2015 waren Schüler bei zwei Großprojekten der beiden Künstler involviert, bei der Kulturnacht der Schule im Sommer 2015 präsentierten Abiturienten eine modifizierte Version der „Nachtwache“ vom Rembrandt in heutiger Bildsprache und Ausdrucksform.

Als ein unvergessener Höhepunkt gelten die Kunstsymposien im Sommer 2014 und 2016. Künstler aus dem Iran, aus Deutschland, aus der Schweiz, Slowenien und Italien waren im Jahr 2014 zehn Tage zu Gast im Schloss, lebten und arbeiteten an Kunstwerken, ließen Schüler am Entstehen von Kunstwerken teilhaben und mitwirken. Im Sommer 2016 waren es Künstler aus der näheren und ferneren Umgebung, wobei auch ausgefallene Kunstrichtungen wie Video- und Klanginstallation mit von der Partie waren. Die dabei entstandenen Werke wurden am Ende auf sehr beeindruckende Weise präsentiert - es war oft nicht mehr erkennbar, welches Werk aus Schülerhand und welches von den Künstlern selbst geschaffen war. 

Antonio Zecca (li) und Harald Björnsgard (re)
Beate Bitterwolf als eine der regional bekannten Künstlerinnen beim Kunstsymposium 2016.
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